Nichts ist so entspannend und zugleich anregend für mich, wie gemeinsam mit meiner Familie zu kochen. Und nie hätte ich vermutet, dass es mir als überzeugter Küchenmuffel einmal so ergehen würde.
Früher waren mir Familienfeste wegen ihrer intensiven Vorbereitung ein Greuel. Heute bin ich, sofern keine Geburtstage oder Jubiläen anstehen, darauf bedacht, immer neue Gelegenheiten für Kochevents zu erfinden. Denn steht ein solcher Termin an, kann ich endlich wieder mit den Vorbereitungen für ein Fest loslegen, bei dem unsere Kreationen mit Lob überschüttet und bestaunt werden. Der Grund für meinen Eifer ist simpel: ich bin mit einem echten Kochfreak verheiratet und meine Tochter hat seine offensichtlich dominanten „Kochgene“ geerbt. Nein, ich meine keinen Profikoch, wie wir sie aus TV-Kochshows kennen - mein Koch ist ein hochbegabter Koch zum Anfassen. Und eine seiner schönsten Eigenschaft die, dass er sich von mir gerne „ins Handwerk pfuschen“ lässt. Meine Anregungen sind jederzeit willkommen, ich darf Gemüse schnippeln, wenn ich möchte und die Küche räumt er tadellos auf. Sie glauben es nicht? Auch ich unterstellte ihm zu Beginn unseres Kennenlernens Imponiergehabe, aber in unserer Ehe haben sich seine Ordnungsliebe und Toleranz als Dauerzustand erwiesen.
Und seit meine Tochter dem „Rührschüsselausleck-Alter“ entwachsen ist und aus der Bibliothek regelmässig exotische Kochbücher mitbringt, gibt es immer etwas zum Probieren. Häufig kochen wir zu dritt und auch ihr Freund macht gerne mit. In diesem kunterbunten Durcheinander sind wir uns nahe und produzieren kreative Ergebnisse, die super schmecken. Nach stressigem Schul- und Büroalltag erblühen so Humor und Herzlichkeit, die wir alle geniessen. Ja, uns geht es beim Kochen einfach gut!
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